Aufrecht unter Gebückten

Mit den Suzuki Power Nakeds GSX-S 750 und GSX-S 1000 unterwegs im „Haifischbecken Rennstrecke“. Ein Himmelfahrtskommando? Mit Nichten, vor allem dann nicht, wenn das Erbgut dieser unverkleideten Richteisen den hauseigenen Superbikes GSX-R 750 und GSX-R 1000 entstammt – Ausbaustufe K5!

Ein Gastbeitrag von Jens Hebisch – www.triplespeed.de

Der Auftrag

In unserer Funktion als freie Mitarbeiter des ROADSTER Magazins (www.roadster-magazin.de) gilt es herauszufinden, wie viel Supersport-Gene tatsächlich noch in den aktuellen, und am Markt stark vertretenen Power Nakeds zu finden sind. Unsere Wahl der Probanten fällt dabei nicht ohne Grund auf Suzukis nackte Siebenfünfziger und deren „Big Bro“, die unverschalte GSX-S 1000. Deren beider DNA-Stränge stammen nämlich direkt aus dem Hyperraum und kommen im Falle der großen GSX-S gar mit weltmeisterlichen Lorbeeren geschmückt daher – der Australier Troy Corser holte 2005 mit der GSX-R 1000 den lang ersehnten Superbike WM-Titel nach Hamamatsu. Ja, das ist der Stoff aus dem Helden sind. Aber ist es auch der Stoff, aus dem unverkleidete Racer geboren werden?

Das Testumfeld

In der Motorsportarena Oschersleben, einem mit rot-weiß-anlackierten Bordsteinkanten eingerahmten Kurveneldorado in der Magdeburger Börde, begeben wir uns auf Ahnenforschung. Zu Gast bei Hafeneger Renntrainings (www.hafeneger-renntrainings.de) – der seinen Teilnehmern vor Ort übrigens auch immer wieder die Möglichkeit bietet, aktuelle Suzuki Sportler auf der Rennstrecke auszuprobieren – werden uns beste Testbedingungen geboten. Spitzen Organisation, Traumwetter und ein äußerst beherzt agierendes Teilnehmerfeld. Gut so.

Gehe niemals mit einem Messer zu einer Schießerei

Trotz beachtlichem Stammbaum, wollen wir uns nicht ausschließlich auf die „Mitgift“ der GSX-S Vorfahren verlassen und verpassen beiden Power Nakeds ein kleines aber feines Track-Update, bestehend aus Rastenanlagen von LSL (www.lsl.eu), Motorschutzdeckeln von R&G (www.hagenmotorsport.de), Soundanlagen – für die 750er von Hurric und für die 1000er von Shark (beide www.fechter.de) – und ganz wichtig, Renngummis aus dem Hause Bridgestone (www.bridgestone.de). Deren brandneuer R11 Rennreifen mit „Alibirillen“ passt perfekt zu den beiden nackten Waffen und sorgt für massive Schräglagen und (schon fast besorgniserregendes) Gottvertrauen bei den Piloten. Dazu noch MotoGP erprobter Ridingstyle aus bella Italia (von Dainese und AGV) – denn was für Vale gut ist, kommt uns gerade recht – und ab geht’s in den Ring!

Nackt, roh, urgewaltig – GSX-S 1000

Vor allem die nackte Tausender kennt keinen Respekt vor Artgenossen, egal ob diese in schicker Plaste gekleidet sind, oder wie sie selbst, unverschalt durch den Wind zünden. Sie hat Punch ohne Ende, dazu ein massives Fahrwerk und irgendwie fühlt es sich permanent an, als würde Troy Corser einem unter den Helm flüstern: „Mehr Gas. Härter Bremsen. Du kriegst sie. ALLE!“. Aber Vorsicht, das Kiloeisen fordert maximale Aufmerksamkeit und lässt kaum Spielraum für Fehler bei Kurswahl oder unachtsame Zuckungen in der Gashand. Ganz anders die 750er.

Handlicher Vierer mit Potential – GSX-S 750

Auch die kleine „Gixxer“ ist schnell. Dabei aber lang nicht so kompromisslos, wie Ihre große Schwester. Kurskorrekturen in Schräglage gehen problemlos von statten, der Motor geht sanft ans Gas und das Gesamtpaket vermittelt eher das Gefühl, einen guten Freund für einen beherzten Ritt um den Block gefunden zu haben, als den auf Ärger gebürsteten Radaubruder, vor dem Dich Deine Eltern schon immer gewarnt haben.

Beide machen massiv Laune und bestätigen Ihr Erbgut voll und ganz. Aber welche soll es denn nun sein? Am Ende ist es wohl die Frage, mit welchem Ziel man unterwegs ist. Schnell und stressfrei Spaß haben? Dann mal rauf auf die 750er. Richten, und sonst nix? Dann nimm die 1000er und such Dir Freunde lieber im Biergarten oder auf Social Media Plattformen.

Fettes Shooting und noch mehr Infos

Den kompletten und ausführlichen Bericht über diese beiden nackten Hyperraumeisen, sowie mainstreamkillendes Bildmaterial direkt aus einer ausgedienten Bundeswehr-Transall und so einiges mehr, gibt es aktuell im Zeitungsregal – ROADSTER #06|18 (www.roadster-magazin.de). Gönn Dir!

Mehr Tests, Berichte und Videos auch auf unserer Seite www.triplespeed.de

Photo Credits @ Ines Männl

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